Alena Meier

Ohne Titel, 2003
C-Print (28×35 cm) and

“Reflekta im Spiegel”
Slide-Projector-Installation
5 C-Prints (50×60) taken from the series

(german description by the artist)
Machen Sie sich ein Bild! – Bilder lügen, das wissen wir schon lange. Lügen einfach aus einem Unvermögen heraus: Bilder sind zweidimensional, und sie sind begrenzt. Und werden damit zum potentiellen Beginn neuer Geschichten. Diese Potentialität ist es, die Bildern ihre Aura gibt. Sogar sprachliche Bilder und geistige Vorstellungen funktionieren nach diesem Prinzip: Verengen, um sodann unter Zugabe der eigenen Kenntnisse und Vorurteile eine neue dritte Dimension zu erzeugen. In meiner Arbeit geht es um Wahrnehmung, darum, wie Standpunkt und Perspektive die Wahrnehmung verändern, und wie die Vorurteile das gleiche tun. Ich untersuche den Einfl uss der bild-er-zeugenden Mittel auf die Bilder selbst, ich möchte wissen, wie das Bild zum Bild wird und in der Folge wieder zu Geschichte. Mit einfachsten Mitteln und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, technische Korrektheit oder gar Verwertbarkeit deklinieren Projektoreninstallationen aus den Jahren 2002 – 2003 einzelne Aspekte der Bilderschaffung und -wahrnehmung: Licht, wahre und falsche Spiegelung, Projektion, Vortäuschung.
Projektion, Ausschnitte aus meiner allernächsten Lebensumgebung – Wohnung, Fensterausblick, Teile meiner Selbst in Spiegeln – werden in Fotografi en zu nach kunsthistorischen Gesichtspunkten arrangierten Bildern, zu räumlichen und inhaltlichen Verwirrspielen. Aus dem Misstrauen gegen das einzelne Bild heraus arbeite ich häufig in Serien, stelle Fotografien zu Büchern oder Diavorführungen zusammen. „und“ ist eine Spiegelung in und Blick auf russische Künstlerinnen und Künstler und deren Lebens- und Arbeitsumgebung. Diese umfangreiche Bild/Textarbeit ist der Versuch, die Unzulänglichkeiten des Kamerablicks durch verbale Ergänzungen und Dingzugaben
wenn nicht auszugleichen, so doch zu relativieren. „und“ existiert als Buch, Fotoinstallation und Vortrag. Fluchtweg ermöglicht durch sich stetig wandelnde Betrachterperspektiven immer neue Fluchtpunkte. »Reflekta im Spiegel« ist die als Diaprojektion vorgeführte anekdotische Beschreibung eines gescheiterten Versuchs klassischer Bildproduktion.

CV
1971 geboren in Rostock.
Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und Hochschule der Künste, Berlin. Studienaufenthalt am Chelsea College of Art and Design, London. Meisterschülerin bei Walter Stöhrer.MA Fine Art, Middlesex University, London. Russisch an der Humboldt-Universität Berlin

Förderungen und Stipendien: Katalogförderung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin und Zentrum für zeitgenössische Kunst Samara (Russland), unterstützt durch die Robert-Bosch-Stiftung.
Projektförderung u.a. durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin, das Goethe Instituts InterNationes, die GASAG Kunstförderung (Kunst im Bau, Shell Haus Berlin), Berliner Künstlerförderung sowie den DAAD.

Kuratorische Arbeit: seit 2001 Projektraum CAPRI, Berlin (mit Ina Bierstedt und Bettina Carl).

Einzelausstellungen: »und«, Stuttgarter Kunstverein; »Anderthalb Stunden«, Museum Pawel Kusnezow, Saratow; »(Rußland)Ich und«, Literaturmuseum Aleksej Tolstoj, Samara (Russland) »Vision Master« und »Histoire de ma vie«, Capri, Berlin. »Bücher und Wände«, Galerie Thor Zimmermann, Köln. »Dekor und Unfall«, Galerie K2

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