The Trees of Tokumaru Bay

Instructions for building a boat


"It’s a good day for sailing today!" Wayne smiles and looks up to the
clear blue sky. The white canopy flaps and lifts a little as a cold
breeze picks up. A big, wild yard of an old, rotten school at the edge
of Tokumaru Bay’s greeny hills. Wayne puts up his finger, feeling the
wind, closing his eyes. I wonder what he has on his mind.
Tokomaru Bay, a tiny, deserted town on the East Coast of New Zealand’s
Northern Island. It is the quietness that makes this place so odd.
Where the barking of a lonely dog seems to be the only permanent noise.
Where the town’s police officer circles around the blocks in a silver
pick-up like a tiger in a zoo cage. Where nobody knows how many
barefoot kids the neighbour really has. And where the people of
Tokumaru Bay don’t have surnames, but call each other "Jill who rides a
horse", "Damian who wears no shoes" and "Mervin who owns three dogs".
"Wayne who builds a boat". One day, the 54-year old man made up his
mind. To leave and to live. "Suddenly, everything seemed so easy and
simple. Why stay here when I love the ocean so much. If that’s where I
wanna be?"

Praying to the God of trees with a Maori friend, he chopped down the
first three trees, dragged them over a brook and into the old school
yard, and sawed them into planks with a simple mechanical saw. For the
know-how he went to the library in the nearest larger town and just
copied some plans for a two-mast sailing boat. Twenty-eight meters
long. Wayne who has never built a boat before. Wayne who has never even
sailed before.

"Can you imagine that I had really long hair once?" the bald man asks
me as we are driving to Tokumaru Bay’s only bar with a pool table.
Listening to Jimi Hendrix on the car radio I can just picture Wayne’s
early days. It is karaoke night tonight. A handful of people drinking
beer and trying their best to sing old country songs. "How’s the boat,
Wayne?" a lady with long, grey hair asks; looking around into the faces
of the Tokumaru Bay people, this question seems totally normal. Wayne
simply nods. I wonder if they know.

After doing all kinds of different jobs and finally ending up living on
unemployment money, Wayne doesn’t want to depend on anything anymore.
He wants to set his own rules and boundaries. "Living on the ocean,
being the ocean…" He slowly applies the marine varnish to the boat’s
bodywork. There is no hurriedness in his moves, no impatience. Two
years of work, hundred of hours. Working by himself. And a special kind
of loneliness.
"When will you be done?" – "I don’t know. Soon, I hope." I wonder if it really matters.

Montag 14.15 Amt für Planen und Genehmigen, Berlin.
"Guten Tag, ich plane ein 28 Meter, zwei-mästriges Segelboot in meinem Garten zu bauen und wollte das genehmigen lassen."
"Ein was?"
"Ein Segelboot."
Stille. Irritation.
"Dafür bin ich nicht zuständig. Wo ist denn ihr Garten?"
"Berlin, Köpenick."
"Da melden sie sich mal im Bezirksamt Köpenick."

Montag 14.20 Bezirksamt Köpenick, Bauaufsicht.
"Guten Tag, ich plane ein 28 Meter, zwei-mästriges Segelboot in meinem Garten zu bauen und wollte das genehmigen lassen."
Lachen.
"Entschuldigung. Ich hatte gerade verstanden, Sie wollen ein Segelboot in ihren Garten stellen."
"Genau. Bekomme ich bei Ihnen eine Genehmigung?"
"Ja, soll das dann da stehen bleiben oder wie? Wohnen sie auch darin, also ist das so ‘ne Art Haus?"
"Nein, ich transportiere es später zum Meer."
"Hmmm. Wo ist denn ihr Garten?"
"Waldstrasse."
"Gut, dann ist der Herr T. ihr Mann. Der ist nämlich Gruppenleiter für ihre Region. Aber nur nachmittags."

Montag 14.30, Bundesanstalt für Land und Forstwirtschaft.
"Guten Tag, ich würde gern für den Bau eines Segelboots drei bis vier Bäume in Friedrichshagen fällen. Geht das?"
"Hmm, da …. hmmm …. Bäume fällen."
Stille.
("Udo, wer ist denn für Bäumefällen zuständig?")
"Hören Sie? Als erstes rufen sie mal am besten im Forstamt
Friedrichshagen an. Aber jetzt geht das nicht. Nur Dienstags von 14 bis
18 Uhr. Dann ist nämlich Bürgersprechstunde."
Dienstag 16:08 (Bürgersprechstunde), Forstamt Friedrichshagen.
"Guten Tag, ich würde gern drei bis vier Bäume in Friedrichshagen fällen. Geht das?"
"Hrumpf. Wie, für den Eigenbedarf?"
"Ja, genau."
"Kaminholz? Oder Weihnachtsbaum?"
"Nein, Holz für den Bau eines Segelbootes."
"Einfach so geht das aber nicht. Sie können ja nicht einfach so in den
Wald gehen und Bäume fällen. Das ist ein Ordnungsverstoß gegen das
Landeswaldgesetz und somit irgendwie Diebstahl."
"Also brauch ich eine Genehmigung?"
"Hrumpf. Da müssen se erst mal einen finden der das mitmacht."
"Soll heißen?"
"Naja, da gibt es schon Probleme mit der Unfallversicherung. Sind sie denn ausgebildeter Motorsäger?"
"Ehrlich gesagt nein."
"Ja eben. Stellen sie sich mal vor, sie fällen einen Baum und der fällt
auf jemanden. Erschlagung von Pilzsammlern. Stellen se sich das mal
vor. Hat es alles schon gegeben. Was für ein Holz suchen se denn?"
"Mmm, darüber hab ich mir noch keine Gedanken gemacht. Holz eben."
"Ja also, erst mal müssen wir klären, welche Holzart sie wollen. Pappel, Kiefer oder Tanne…"
"Pappeln ist gut."
"Dann melden sie sich mal bei der Revierförsterei Buch, die haben
Pappeln. Und der Förster ist auch so einer mit Kunst und so, der wird
sie schon verstehen. Ach, und fragen sie den auch gleich wegen der
Waldfahrgenehmigung."
"Der was?"
"Waldfahrgenehmigung. Kann ja nicht einfach jeder wie er will durch den Wald fahren."

Dienstag 16:23, Revierförsterei Buch.
"Schönen guten Tag, ich würde gerne drei Pappeln in ihrem Wald fällen."
"Och, ich hab hier eine liegen, die können sie haben."
"Ich brauch aber drei."
"Darüber können wir uns unterhalten."
"Wie?"
"Ja, ich könnt die schon für sie fällen."
"Ich würde sie aber gerne selbst fällen."
"Da müssen sie mir aber erst mal beweisen, dass sie ein Profi sind."
"Hmm. Ok."
"Und einen Transporter brauchen sie. Mit Hydraulikkran. So ne Pappel wiegt schon einiges."
"Sonst noch was?"
"Na ja, nee. Geld müssten sie höchstens noch mitbringen. 20 Mark pro Meter Baum."
"Wie… ich dachte, Bäume gehören allen."
"Nee nee, wir sind hier eine Forstwirtschaft. Holz ist Staatseigentum."

The Trees of Tokumaru Bay
Instructions on building a boat
(English Version coming soon)


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